Freitag, 9. Mai 2014

Karl Kraus Zitate

Karl Kraus Zitate
Karl wird ganz kraus

Zitate von Karl Kraus


Karl Kraus (1874-1936)


_ Man lebt nicht einmal einmal.

_ Die Zeitung ist die Konserve der Zeit.


_ Schönheit vergeht, weil Tugend besteht.

_ Kunst ist etwas, was so klar ist, dass es niemand versteht.

_ Gute Ansichten sind wertlos. Es kommt darauf an, wer sie hat.

_ Wo nehm ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen?

_ Die Sprache ist die Mutter, nicht die Magd des Gedankens.

_ Das Feigenblatt des Neides ist sittliche Entrüstung.

_ Das Leben ist eine Anstrengung, die einer besseren Sache würdig wäre.

_ In der Liebe ist jener der Hausherr, der dem anderen den Vortritt lässt.

_ Man kann eine Frau nicht hoch genug überschätzen.

_ Die Frau ist da, damit der Mann durch sie klug werde.

_ Es kommt nicht bloß auf das Äußere einer Frau an. Auch die Dessous sind wichtig.

_ Keine Grenze verlockt mehr zum Schmuggeln als die Altersgrenze.

_ Bei gleicher Geistlosigkeit kommt es auf den Unterschied der Körperfülle an. Ein Dummkopf sollte nicht zu viel Raum einnehmen. 

_ Besser es wird einem nichts gestohlen. Dann hat man wenigstens keine Scherereien mit der Polizei.

_ Bildung ist das, was die meisten empfangen, viele weitergeben und wenige haben.

_ Das Christentum hat die erotische Mahlzeit um die Vorspeise der Neugier bereichert und durch die Nachspeise der Reue verdorben.

_ Das Familienleben ist ein Eingriff in das Privatleben.

_ Das sind die wahren Wunder der Technik, dass sie das, wofür sie entschädigt, auch wirklich kaputt macht.

_ Dem Bedürfnis nach Einsamkeit genügt es nicht, dass man an einem Tisch allein sitzt. Es müssen auch leere Sessel herumstehen. Wenn mir der Kellner so einen Sessel wegzieht, auf dem kein Mensch sitzt, verspüre ich eine Leere und es erwacht meine gesellige Natur. Ich kann ohne freie Sessel nicht leben.

_ Der Aphorismus deckt sich nie mit der Wahrheit; er ist entweder eine halbe Wahrheit oder anderthalb.

_ Da das Halten wilder Tiere gesetzlich verboten ist und die Haustiere mir kein Vergnügen machen, so bleibe ich lieber unverheiratet.

_ Der Historiker ist nicht immer ein rückwärts gekehrter Prophet, aber der Journalist ist immer einer, der nachher alles vorher gewusst hat.

_ Der Scharfsinn der Polizei ist die Gabe, alle Menschen eines Diebstahls für fähig zu halten, und das Glück, dass sich die Unschuld mancher nicht erweisen lässt.

 _Der Skandal fängt an, wenn die Polizei ihm ein Ende macht.
Karl Kraus Zitate
Karl's Fackel
_ Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, dass er die Menschen schlechter machen kann.

_ Der Übermensch ist ein verfrühtes Ideal, das den Menschen voraussetzt.

_ Der Zuhälter ist das Vollzugsorgan der Unsittlichkeit. Das Vollzugsorgan der Sittlichkeit ist der Erpresser.

_ Die deutsche Sprache ist die tiefste, die deutsche Rede die seichteste.

_ Die kleinen Stationen sind sehr stolz darauf, dass die Schnellzüge an ihnen vorbei müssen.

_ Die Sprache entscheidet alles, sogar die Frauenfrage. Dass der Name eines Weibes nicht ohne den Artikel bestehen kann, ist ein Argument, das der Gleichberechtigung widerstreitet. Wenn es in einem Bericht heißt, »Müller« sei für das Wahlrecht der Frauen eingetreten, so kann es sich höchstens um einen Feministen handeln, nicht um eine Frau. Denn selbst die emanzipierteste braucht das Geschlechtswort.

_ Die stärkste Kraft reicht nicht an die Energie heran, mit der manch einer seine Schwäche verteidigt.

_ Ein Aphorismus braucht nicht wahr zu sein, aber er soll die Wahrheit überflügeln. Er muss mit einem Satz über sie hinauskommen.

_ Ein Feuilleton schreiben heißt auf einer Glatze Locken drehen.

_ Einen Aphorismus zu schreiben, wenn man es kann, ist oft schwer. Viel leichter ist es, einen Aphorismus zu schreiben, wenn man es nicht kann.

_ Erotik ist Überwindung von Hindernissen. Das verlockendste und populärste Hindernis ist die Moral.

_ Ich habe mich mein Lebtag geschämt, ein Österreicher zu sein, und nie mich dieser Scham geschämt, wissend, dass sie der bessere Patriotismus sei.

_ In Wien stellen sich die Nullen vor den Einser.

Karl Kraus Zitate
Die demolirte Litteratur
_ Keinen Gedanken haben und ihn ausdrücken können: Das macht den Journalisten.

_ Künstler ist nur einer, der aus der Lösung ein Rätsel machen kann.

_ Satiren, die der Zensor versteht, werden mit Recht verboten.

_ Tugend und Laster sind verwandt wie Kohle und Diamant.

_ Vieles, was bei Tisch geschmacklos ist, ist im Bett eine Würze. Und umgekehrt. Die meisten Verbindungen sind darum so unglücklich, weil diese Trennung von Tisch und Bett nicht vorgenommen wird.

_ Eine der verbreitesten Krankheiten ist die Diagnose.

_ Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält.
    
_ Vervielfältigung ist insofern ein Fortschritt, als sie die Verbreitung des Einfältigen ermöglicht.

_ Am unverständlichsten reden die Leute daher, denen die Sprache zu nichts anderem dient, als sich verständlich zu machen.
    
_ Man glaubt gar nicht, wie schwer es oft ist, eine Tat in einen Gedanken umzusetzen.
    
_ In keiner Sprache kann man sich so schwer verständigen wie in der Sprache.

_ Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen selbst die Zwerge lange Schatten.

_ Wenn die Eltern schon alles aufgebaut haben, bleibt den Söhnen und Töchtern nur noch das Einreißen.
    
_ Der Anspruch auf einen Platz an der Sonne ist bekannt. Weniger bekannt ist, daß sie untergeht, sobald er errungen ist.
    
_ In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige.
    
_ Weil ich den Gedanken beim Wort nehme, kommt er.

_ Die Deutschen sitzen an der Tafel einer Kultur, bei der Prahlhans Küchenmeister ist.
    
_ Gedanken sind zollfrei, aber man hat doch Scherereien.
    
_ In der deutschen Bildung nimmt den ersten Platz die Bescheidwissenschaft ein.
    
_ Der Ausdruck sitze dem Gedanken nicht wie angenommen, sondern wie angegossen.
   
_ Sexuelle Aufklärung ist insoweit berechtigt, als die Mädchen nicht früh genug wissen können, wie die Kinder nicht zur Welt kommen.

_ Der Ästhet ist der rechte Realpolitiker im Reich der Schönheit.


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