Freitag, 13. Februar 2015

Die neuen Z-2 Raumanzugdesigns von der NASA

Design Thinking über NASAs Z-2 Raumanzüge


Die NASA hat sich in Design Thinking geübt und stellt der Weltöffentlichkeit ihre neusten Überlegungen zum Thema Raumanzüge vor.

NASA Z-2 - Summer/Spring Collection 2014 © NASA
Raumanzüge sind sicherlich nicht das Mode-Thema Nummer Eins unter all den Fashionistas weltweit - aber sicherlich auch ein unterschätztes Thema. Schlicht und einfach Z-2 heißt die aktuelle Kollektion aus dem Hause NASA. Als Nachfolge-Modell des Z-1 Raumanzuges wurde ein völlig neues Farbschema und eine weiterentwickelte Formsprache verwandt. Ob die prototypischen Designs jemals in Serie und in die Läden gehen werden, ist laut NASA jedoch nicht eindeutig.

Z-2: die  Frühling/Sommer Kollektion 2014 von der NASA © NASA
Grundsätzlich muss ein Raumanzug natürlich bestimmte Aufgaben erfüllen können, wie Druckausgleich, Sauerstoffversorgung, Schutz vor der Sonnenstrahlung, und ist dadurch im Grunde eher ein Funktionswerkzeug und weniger ein Mode-Accessoires. Aber die NASA hat sich auch wirklich schöne Linien und Schnitte einfallen lassen und arbeitet mit sehr interessanten Materialien. Karl Lagerfeld & Co sind bestimmt genauso begeistert wie wir.


sportliche Eleganz für Outdoor-Aktivitäten © NASA

Weltraum-Mode für zukünftige Mars-Missionen


Die Raumanzug-Prototypen wurden im Rahmen eines Design-Wettbewerbes entwickelt. Das Siegermodell ist der hier vorgestellte Z-2-Raumanzug. Der Entwurf wurde in Koproduktion vom US-amerikanischen Anzugherstellers ILC Dover und der Philadelphia University erarbeitet. Die von der NASA formulierte Zielsetzung war es, einen Raumanzug für zukünftige Mars-Missionen zu erfinden, der sowohl in technischer, als auch in modischer Hinsicht den Besuch eines fremden Planeten ermöglichen kann.

Schon seit geraumer Zeit arbeitet die NASA an neuen Raumanzügen, welche die nun schon mehr als 30 Jahre alten EMU-Modelle  (Extravehicular Mobility Unit) ablösen sollen. Dass die Entwicklung neuer extraterrestrischer Schutzanzüge sehr wichtig ist, verdeutlichte ein beinahe tödlich verlaufender Unfall eines ESA-Astronauten im Orbit.

Gefährlicher Catwalk in der Erdumlaufbahn


Schlitzohr Luca Parmitano © Italian Space Agency (ASI)
Am 11. Mai 2005 wäre es zu einem beinahe tödlich verlaufenden Unfall bei einem Außeneinsatz (wird im NASA-Slang als EVA 23 bezeichnet) in unmittelbarer Nähe der Internationalen Raumstation ISS gekommen. Luca Parmitano, seines Zeichens Familienvater, Hauptmann der italienischen Luftwaffe und Freizeit-ESA-Pilot, stand für ein kurzes Stelldichein auf der Gästeliste der ISS. Bei einem morgendlichen Flanierausflug mit seinem amerikanischen Pilotenkollegen Chris Cassdy (ehemaliges Mitglied der Navy Seals) ereignete sich das Unglück. Ohne Vorankündigung füllte sich plötzlich Tropfen für Tropfen der Schutzhelm mit Wasser und Luca drohte buchstäblich zu ertrinken. Mit letzter Kraft konnte er sich zum Glück noch in die Raumstation zurück kämpfen. In modischer Hinsicht war er mit dem alten Apollo-EMU-Raumanzug zweifelsfrei auf der sicheren Seite, doch hier zeigt sich eben auch ganz deutlich, dass Outdoor-Klamotten in erster Linie gut verarbeitet sein sollten und alle relevanten Sicherheitsaspekte erfüllen müssen. Der für seine Furchtlosigkeit und Kaltschnäuzigkeit bekannte Luca beschrieb sein Erlebnis übrigens ganz lapidar mit der Kommentierung, es sei so gewesen, als ob er in einem Goldfischglas herumlaufen müsse. Aber mal ganz ehrlich,  er ist dabei sicherlich auch selber ein bisschen ins Schwitzen geraten.

Die NASA hält sich übrigens sehr bedeckt was nähere Details des Unfalls betrifft, aber NASA-Ingenieure verlautbarten, dass offenbar eine verstopfte Pumpe aus dem Lebenserhaltungssystem im Rucksack für die Beinahe-Katastrophe verantwortlich sei.









Modische Anleihen aus der Tiefsee


Laut des Entwickler-Teams der Philadelphia University wurden ästhetische und funktionale Anleihen aus dem Reich der Unterwasserwelt bzw. deren Bewohner herangezogen, da die Lebensbedingungen dort denen des Weltalls sehr vergleichbar sind. Wer die bizarre Formensprache der illustren Tiefseebewohner kennt, erkennt auch schnell gewisse Ähnlichkeiten zu den Z-2-Entwürfen. Jedoch sind die Designer auch deutlich verspielter herangegangen, als die doch sehr ernst wirkenden realen Vorbilder der Tierwelt.

Typisch für alle Modelle der Z-2-Serie ist der Ansatz einer aus der Natur entlehnten Bio-Mimikrie, also einer organischen Anpassungsfähigkeit an die Umwelt ohne weiteres technisches Zutun. Ein Beispiel hierfür sind die lumineszierenden Drahtflächen bei den Z-2-Anzügen, die selbst bei geringsten Lichteinfall stark leuchten und dem Träger eine klare Sicht ermöglichen.

Prototypen im Härte-Test


Design Thinking und Konzeption ist eine Sache und das Testen wieder eine andere. Natürlich müssen die erdachten Designs noch realistischen Härtetests unterzogen werden, damit einigermaßen sichergestellt werden kann, dass bei einer zukünftigen Mars-Mission alles trés chic und super safe verläuft. Getestet werden soll in einem großen Wasserbecken, in einer Vakuumkammer sowie auf einer simulierten Marsoberfläche. Wir sind gespannt auf die Test-Berichte!

Designvarianzen des Z-2-NASA-Raumanzuges für den Familienausflug © NASA


Space is the Place!

Euer Familienfunk Team














Tags: NASA, Weltraumanzug, Fashion, Orbit, Familienausflug, ESA

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