Freitag, 20. Februar 2015

Carl Friedrich von Weizsäcker Zitate

Zitate von Carl Friedrich von Weizsäcker

Carl Friedrich von Weizsäcker (1912-2007)


Carl Friedrich von Weizsäcker Zitate
Pour le Merité Carl Friedrich von Weizsäcker 1982
© Engelbert Reineke
_ "In Raum und Zeit sein" heißt für ein Objekt, dass es sich bewegen kann. Also gibt es allgemeine Gesetze, welche die mögliche Bewegung aller Objekte beherrschen.

_ Aller Fortschritt ist Weiterschreiten auf der Basis einer Tradition, alle Tradition ist bewahrter Fortschritt der Vergangenheit.

_ Alles ist verloren, wenn wir entschlossen sind, auf nichts zu verzichten.

_ Alter ist kein Argument, Jugend kein Freibrief für Intoleranz.

_ Angst ist die Furcht vor unserer eigenen Unfähigkeit zum Frieden.

_ Daraus, daß die Sonne bisher jeden Tag aufgegangen ist, folgt logisch nicht, daß sie es morgen wieder tut.

_ Das demokratische System, zu dem unser Staat sich bekennt, beruht auf der Überzeugung, daß man den Menschen die Wahrheit sagen kann.

_ Das Ideal läßt sich am besten an den Opfern messen, die es verlangt.

_ Das naive menschliche Denken geht von der Sache aus, das wissenschaftliche von der Methode.

_ Demokratie heißt Entscheidung durch die Betroffenen.

_ Der Mensch ist das Tier, das Geschichte hat.

_ Der Politik ist eine bestimmte Form der Lüge zwangsläufig zugeordnet: das Ausgeben des für eine Partei Nützlichen als das Gerechte.

_ Die atomare Technik setzt eine hoch entwickelte Kunst der automatischen Steuerung der Apparate voraus.

_ Die Entdeckung, daß es so einfach nicht ist, wie man gedacht hat, ist als Gewinn anzusehen.

_ Die freie Wirtschaft lebt von Einnahmen und Ausgaben; die Planwirtschaft von Eingaben und Ausnahmen.

_ Die ganz in Information verwandelte Sprache ist die gehärtete Spitze einer nicht gehärteten Masse.

_ Die Gefahr der Welt in ethnischen Dingen ist die Gleichgültigkeit. Die Gefahr der Kirche ist die Gesetzlichkeit.

_ Die großen Fortschritte in der Wissenschaft beruhen oft, vielleicht stets, darauf, dass man eine zuvor nicht gestellte Frage doch, und zwar mit Erfolg, stellt.

_ Die Hoffnung, die Atomwaffen abzuschaffen, aber im übrigen weiterzumachen wie bisher, ist die Hoffnung, den Wecker aus dem Fenster zu werfen und eine Stunde weiterzuschlafen, während das Haus schon brennt.

_ Die Information dient nicht nur den Egoismen der einzelen oder der Machtgruppen, sie dient dem Leben der Gemeinschaft.

_ Die Kirche hat nicht den Auftrag, die Welt zu verändern. Wenn sie aber ihren Auftrag erfüllt, verändert sich die Welt.

_ Die Maschine kann nur solche Information verarbeiten, die ihr eindeutig gegeben ist. Zahlen sind dafür das beste Beispiel.

_ Die Welt nötigt uns zur Angst. Angst ist nicht Schwäche des Urteils, sondern sie ist eine zutreffende Erkenntnis.

_ Die wichtigste Motivation der Menschen, die in die Wissenschaft gehen, war ursprünglich und ist wohl auch heute die Suche nach der Wahrheit.

_ Die Wissenschaft ist erst erwachsen, wenn sie die Verantwortung für ihre Folgen übernimmt.

_ Ein alter Mann ist kein anderer als in jungen Jahren, nur mehr er selbst.

_ Eine abgeschlossene Theorie ist eine Theorie, die nicht durch kleine Änderungen verbessert werden kann. Was kleine Änderungen sind, definiere ich nicht.

_ Es gibt genug Politiker, die gerne das Richtige täten, wenn sie nicht wüßten, daß sie, gerade weil sie das Richtige tun, die nächste Wahl verlieren werden. Also muß die öffentliche Meinung aufgeweckt werden.

_ Es gibt im menschlichen Leben nichts rein Äußerliches.
Carl Friedrich von Weizsäcker Zitate
Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker 1993 © Ian Howard

_ Es ist denkbar, daß jemand auf dem Bahnhof in New York einen Koffer mit einer Atombombe aufgibt.

_ Es ist eines der Vorurteile unserer Zeit, man erreiche ein Ziel am besten, wenn man ihm mit Scheuklappen zustrebe.

_ Es wäre schon sehr viel für unsere Welt getan, wenn wir die Achtung der Gesetze erreichen könnten.

_ Forschung ist das simple Vergnügen, etwas zu finden, was man früher nicht wusste.

_ Freiheit als moralisches Gut ist nicht die Freiheit, die ich für mich in Anspruch nehme, sondern die Freiheit, die ich dem Mitmenschen gewähre.

_ Freiheit existiert nur, wenn Ordnung da ist und nicht, wenn Ordnung zerstört ist.

_ Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst, durch Nichtgebrauch dahinschwindet.

_ Ganz neue Zusammenhänge entdeckt nicht das Auge, das über ein Werkstück gebeugt ist, sondern das Auge, das in Muße den Horizont absucht.

_ Ich bin jetzt im Ruhestand, das heißt: Ich darf arbeiten.

_ Ich glaube, daß Glück letzten Endes ein Indikator der Stufen der Selbstverwirklichung ist.

_ Ich will kein Matriarchat, sondern nur, daß alle Männer Vernunft lernen mögen.

_ In Wahrheit nützt mir nicht, was mir allein nützt, sondern was dem Mitmenschen, der Gemeinschaft, der Gesellschaft nützt.

_ Intelligente Feindesliebe geht davon aus, daß der Friede nur zusammen mit dem Gegner erhalten werden kann.

_ Jeder sollte seine Chance bekommen.

_ Kein Mensch muß Christ sein, das ist eine Gnade.

_ Körper ist die Art, wie eine Seele den anderen erscheint.

_ Leib und Seele sind nicht zwei Substanzen, sondern eine. Sie sind der Mensch, der sich selbst in verschiedener Weise kennenlernt.

_ Man hat den Informationsbestand eines einzigen menschlichen Zellkerns als vergleichbar dem einer tausendbändigen Bibliothek geschätzt.

_ Mehrheitliche Demokratie ist, für sich genommen, nicht Freiheit, sondern Herrschaft einer größeren Gruppe. In der siegreichen Demokratie wird daher zur wichtigsten Aufgabe des liberalen Prinzips der Schutz der Minderheiten, zumal derjenigen, die keine Aussicht haben, die Mehrheit für sich zu gewinnen.

_ Militärisches Gleichgewicht ist keine Friedensgarantie, sondern eher eine Herausforderung zu kriegerischem Kräftemessen.

_ Militärisches Kräftegleichgewicht ist nichts als eine diplomatische Formel, die von beiden Seiten als Deckname für Überlegenheit gebraucht wird.

_ Moral ist immer die Forderung, die Mitmenschen mit einzubeziehen.

_ Nächstenliebe ist zugewandte Wahrnehmung des Mitmenschen.

_ Nicht der Verzicht auf wissenschaftliche Entdeckungen oder auf ihre Veröffentlichung ist die Lösung, sondern die Veränderung der politischen Weltordnung, die, so wie sie heute ist, einen Missbrauch wissenschaftlicher Erkenntnisse nahezu erzwingt.

_ Oft spüren Häretiker zuerst die Zeichen der Zeit, und manchmal waren verurteilte Ketzer, die manifest Unrecht hatten, die innigsten Freunde Gottes.

_ Philosophie ist die Wissenschaft, über die man nicht reden kann, ohne sie selbst zu betreiben.

_ Politik ist der stets neu zu schaffende Kompromiß von Macht und Vernunft.

_ Schuld wird nicht getilgt, wenn man sich nicht zu ihr als der eigenen Schuld bekennt.

_ Technik ist die bewußte Herstellung und Anwendung von Mitteln.

_ Tradition ist bewahrter Fortschritt, Fortschritt ist weitergeführte Tradition.

_ Über der Veränderung liegt stets ein Hauch von Unbegreiflichkeit.

_ Überall dort, wo die Wissenschaft neue Erkenntnisse gewinnt, schafft sie grundsätzlich auch neue Macht.

_ Verstand dient der Wahrnehmung der eigenen Interessen. Vernunft ist Wahrnehmung des Gesamtinteresses.

_ Wahrscheinlich ist keine Menschheit je dem Tode gegenüber so ratlos gewesen wie die heutige.

_ Was den Menschen auszeichnet, ist nicht, dass er Geschichte hat, sondern dass er etwas von seiner Geschichte begreift.

_ Was ist Schuld? Schuld ist zunächst, was Leiden hervorbringt. Schuld ist, was wir uns im Kampf ums Dasein täglich gegenseitig antun.

_ Was man weiß, kann man korrigieren. Was verborgen bleibt, ist eine glimmende Zeitbombe.

_ Wer nicht diese Anstrengung macht, gleichzeitig die Sicherheit im Handeln zu zeigen und die Unsicherheit im Denken als die wahre Sicherheit des bewussten Menschen zu praktizieren, der wird nicht sinnvoll Politik treiben können.

_ Wer sich der Norm des Waffentragens unterwirft, trägt, wenn er es gewissenhaft tut, dazu bei, eine Ordnung zu schützen, die wir noch nicht durch eine neue Ordnung zu ersetzen vermocht haben. Wer sich der Norm des Waffenverzichts unterwirft, muß hoffen, heute schon ein Beispiel der Ethik zu geben, die eines Tages die allgemeine sein wird.

_ Wie soll man eigentlich die Welt verwandeln, wenn man einmal gelernt hat, wie schwer es ist, einen Menschen zu verändern?

_ Wir sind immer so darauf eingestellt, Arbeit nur als Lohnarbeit zu betrachten. Alles, was wir tun, ohne dafür bezahlt zu werden, ist demnach keine Arbeit. Ich weiß gar nicht, ob das so vernünftig ist.

_ Wissenschaft ist - im Wesentlichen wenigsten - auch nur wirksam, soweit es ihr glückt, Wahrheit zu finden.


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Carl Friedrich von Weizsäcker Zitate
Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker 1983 © Kurt Hilberath
Tags: Zitate Carl Friedrich von Weizsäcker, Weisheiten Carl Friedrich von Weizsäcker

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